|
Sie wollen mal wieder in Ruhe duschen – aber Ihr Kind schreit, sobald Sie es hinlegen. Endlich schläft es mal ein Stündchen und Sie wissen nicht, ob Sie nun erst die Wohnung aufräumen, Staubsaugen, Wäsche waschen oder das Bad putzen sollen. Sie selbst wollen auch mal schlafen – denn mehr als fünf Stunden Schlaf hatten Sie nachts schon lange nicht mehr.
Ihr anderes Kind ist eifersüchtig und will Ihre gesamte Aufmerksamkeit. Ihr Kind schreit den ganzen Tag. Ihre Nerven liegen blank – Sie wollen auch schreien, manchmal tun Sie es auch. Sie haben einen wichtigen Termin und keiner hat Zeit zum Babysitten. Sie müssten mal wieder einfach nur mit jemanden reden, aber es ist keiner da.
Alle erwarten, dass Sie glücklich und ausgeglichen sind, doch Sie sind es nicht, denn Unsicherheit, Müdigkeit und Überlastung ist im Moment Ihr ständiger Begleiter. Wenn Ihnen die beschriebenen Situationen bekannt vorkommen, sind Sie nicht allein – fast alle Eltern erleben das – mal mehr und mal weniger ausgeprägt.
Der Start ins Leben eines Kindes bringt in jeder Familie individuell andere Begleitumstände mit sich. Der unterschiedliche Schwangerschafts- und Geburtsverlauf, die Stabilität der häuslichen Umgebung und der Paarbeziehung, der gesundheitliche und seelische Zustand der Mutter (und auch des Vaters), die Anpassungsfähigkeit des Neugeborenen an die Umwelt, die materielle Absicherung der Familie sind wesentliche Faktoren, die auf das Leben mit Kind Einfluss nehmen.Einiges ist durch die Eltern nicht beeinflussbar und daher ist die Zeit nach der Geburt nicht »planbar«.
Viele Paare können sich nicht vorstellen, was das Leben mit einem Neugeborenen mit sich bringt, wie viel Kraft und Energie es neben den Glücksgefühlen kostet und wie es die Paarbeziehung auf die Probe stellt. Wenn die Begleitumstände nicht so harmonisch sind und/oder schon Kinder da sind, die auch versorgt werden müssen und Aufmerksamkeit fordern, haben es Eltern sehr schwer. Da jede Schwangerschaft, jeder Geburtsverlauf und jedes Kind anders ist, sind auch Mehrfacheltern immer wieder vor eine neue, unbekannte Situation gestellt. Dass Kinder einfach so »mitlaufen«, ist ein Märchen, das keine Berechtigung hat und die tatsächliche Situation verharmlost. Die Hilfe von außen reicht oft nicht, aber der Erwartungsdruck ist in der Regel sehr groß.
Bitte zweifeln Sie nicht an Ihren eigenen Fähigkeiten und reiben Sie sich nicht auf zwischen Erwartung und Realität, bis von Ihnen selber nichts mehr bleibt.
Melden Sie sich bei uns, wir versuchen das Kind gemeinsam »zu schaukeln«.
|